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Studie bedient anti-muslimische Ressentiments

Politik muss ansetzen bei Respekt, Anerkennung, Chancengleichheit

Zur vom Bundesinnenministerium in Auftrag gegebenen Studie über Muslime erklärt der partizipations- und flüchtlingspolitische Sprecher Hakan Taş:

Wieder einmal wird versucht, mit zweifelhaften Zahlen Politik zu machen. Die Studie basiert auf 700 Telefoninterviews und der Analyse von 692 Fernsehbeiträgen. Es ist ein Skandal, dass für eine solche Untersuchung Steuergelder verschwendet werden und der Bundesinnenminister versucht, so anti-muslimische Ressentiments zu bedienen.

Wenn selbst ein maßgeblich an der Studie Beteiligter, der Jenaer Psychologe Wolfgang Frindte, erklärt, dass bei Einbeziehung der die Eltern- und Großelterngenerationen der Anteil radikaler Einstellungen sinke und sich die Muslime deutlich vom islamistischen Terrorismus distanzierten, stellt sich die Frage, was Bundesinnenminister Friedrich eigentlich beabsichtigt.

Wenn Politiker wie Herr Friedrich die Islamrealität in unserem Land verleugnen und nur über angebliche Gefahren sprechen, dürfen sie sich über Abwehrhaltungen bei den Betroffenen nicht wundern. Selbst wenn diese Zahlen stimmen würden, wären über Dreiviertel der Befragten für ein friedliches Zusammenleben in Deutschland.

Die Ablehnung des zweifelhaften Integrationsbegriffs kann nicht als Indiz dafür bewertet werden, sich hier nicht einleben zu wollen. Die jungen Menschen leiden unter Diskriminierung, Ablehnung und Perspektivlosigkeit. Hier muss die Politik ansetzen: Respekt, Anerkennung, Chancengleichheit sind die Instrumente einer Integrationspolitik.

Der Bundesinnenminister sollte rechtsextreme Gewalt bekämpfen, anstatt anti-muslimische Ressentiments zu bedienen.